Rennstrecke: Welche Art der Anreise ist die beste? Ein Überblick der Möglichkeiten

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Der Reiz der Rennstrecke hat schon so einige sportlich-ambitionierte Landstraßenfahrer in seinen Bann gezogen. Also wird kurzerhand ein Rennstreckentraining bei einem Veranstalter gebucht.
Doch welche Art der An- und Abreise ist die beste? Ein Vergleich von Anhänger, Transporter und der Anreise auf eigener Achse

Viel Gepäck für ein Motorrad

Viel Gepäck für ein Motorrad – für Extreme

Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Ein klares richtig oder falsch gibt es nicht. Ich versuche euch an dieser Stelle nur meine Erfahrungen mit auf den Weg zu geben. Grundsätzlich sollten die Wege zwischen Heimatort und Rennstrecke mit Anhänger, Transporter und dem Bike möglich sein. Jede Variante hat jedoch Vor- und Nachteile.

 

Anreise mit dem eigenen Motorrad – schnell aber minimalistisch

Zunächst einmal ist zu beachten, dass es bei der Anfahrt mit dem Motorrad schwer möglich ist, Materialien, wie Werkzeug oder einen Spritkanister, mitzunehmen, sofern man nicht gerade einen Touring-Koloss mit Koffersystem besitzt. Fällt die Entscheidung auf das Motorrad wird man in Bezug auf die Ausstattung zwangsläufig entweder schwach ausgestattet oder auf andere Leute angewiesen sein. Zudem ist diese Art der Hinfahrt ohnehin nur möglich, wenn das Motorrad eine Straßenzulassung besitzt und keine „reine“ Rennstreckenmaschine ist. Daneben muss man auch hier an den Worst Case denken: Ein Sturz, der zum Knock Out des eigenen Bikes führt und eine zweirädrige Heimkehr unmöglich macht.

Tourenmaschinen bieten Platz, aber wenig Spaß auf der Strecke

Tourenmaschinen bieten Platz, aber wenig Spaß auf der Rennstrecke

Solche Ereignisse sind nicht nur besonders ärgerlich und gefährlich, sondern sie verderben einen den Rest des Trainings und erschweren die Heimreise.  Auf die klassischen Schutzbriefe der Versicherungen oder Vereine wie ADAC, ACE oder AvD kann man in solchen Fällen nicht setzen. Der Grund dafür ist, dass die meisten Versicherer oder Vereine die Haftung bei „Veranstaltungen zur Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten“ ausschließen. Viele Rennstreckenveranstaltungen haben genau diesen Wortlaut in ihren Teilnahmebedingungen.
Ferner hat die Anreise mit dem Motorrad das Problem, dass die Maschine nach der Ankunft für die Rennstrecke vorbereitet werden muss – hierzu zählen meist das Abkleben der Spiegel und Beleuchtungen, Demontage des Kennzeichens oder das Sichern gegen Flüssigkeitsaustritt. Dasselbe muss natürlich auch wieder zurückgebaut werden, bevor die Heimreise angetreten wird. Die Zeit zur Vor- und Nachbereitung muss entsprechend mit eingeplant werden.
Ebenso muss man bedenken, dass Autobahnfahrten auf dem Zweirad wesentlich anstrengender sind, als mit dem PKW. Ich erinnere mich zu gut an mein erstes Training auf dem Sachsenring, wo ich mit Motorrad angereist bin. Die Rückfahrt war dann doch recht anstrengend, zwei Tage auf der Rennstrecke führen bei Ungeübten schnell zu Erschöpfung und Muskelkater. Dafür hatte ich die Blicke anderer Biker auf meiner Seite – wann sieht man auf der Straße schon ein Motorrad mit Graining an den Reifen.

Vergleich von Anhänger und Transporter für die Anreise zur Rennstrecke

Transport mit dem Anhänger zur Rennstrecke

Transport mit dem Anhänger zur Rennstrecke

Die An- und Abreise mit Auto und Anhänger ist meine bevorzugte Transportvariante. Dies liegt aber in erster Linie daran, dass ich kostenlos an einen Anhänger komme und mein PKW eine Anhängerkupplung hat – eine Grundvoraussetzung.
Zu beachten gilt es hier neben dem gewöhnungsbedürftigem Fahrverhalten im Rangierbetrieb (Video: Rangieren mit dem Anhänger) auch die Führerscheinsituation. Inhaber der Klasse B dürfen lediglich PKW Anhänger bis 750 KG ziehen, oder aber eine Kombination aus PKW und schwererem Anhänger, sofern das zulässige Gesamtgewicht von PKW und Anhänger 3500 KG nicht überschreitet (Achtung, ein Audi A6 hat ein zulässiges Gewicht von 2200 KG, hier ist also nur noch  ein Anhänger mit 1300 KG möglich).
Selbstverständlich muss das Motorrad vernünftig verzurrt werden – das gilt für den Anhänger und den Transporter. Der Anhänger hat im Vergleich zum Transporter insbesondere den Nachteil, dass das Motorrad äußeren Witterungsbedingungen ausgesetzt ist und das Material im Auto verstaut werden muss, sofern es sich um einen offenen Anhänger handelt. Dafür trumpft der Anhänger mit Flexibilität vor Ort: Er kann vom Auto einfach abgekoppelt werden. So fährt man vor Ort nicht ständig mit einem riesigen Transporter hin und her. Nicht jede Rennstrecke hat eine Tankstelle auf dem Gelände, wo man den Kanister auffüllen kann und nicht jeder übernachtet während des Trainings in der Box. Insofern kann es schon vorkommen, dass einige Wege während des Trainings oder zwischen den Trainingstagen mit dem Fahrzeug bewältigt werden müssen.

Platz für Gepäck und Material

Platz für Gepäck und Material

Dafür bietet ein Transporter andere Vorteile: Er lässt sich leichter rückwärts manövrieren. Zudem besteht die Möglichkeit, dass man im Transporter übernachtet. Die Maschine ist zudem vor den Blicken fremder Personen geschützt, wenn sie im Transporter steht. Dafür hat der Transporter im Regelfall eine höhere Ladefläche, als ein Anhänger. Das bedeutet, dass der Weg nach oben für das Motorrad steiler ist. Es empfiehlt sich in diesem Fall die Maschine zu zweit einzuladen. Grundsätzlich kann die Arbeit des Helfers auch ein laufender Motor mit schleifender Kupplung übernehmen – diese Variante empfehle ich jedoch nur erfahrenen Transporteuren. Zu schnell fliegt die Rampe bei etwas zu viel Schub weg. Ansonsten hat der Transporter im direkten Vergleich zum Anhänger einen weiteren erheblichen Nachteil – er darf schneller als die 80 bzw. 100 KM/h des PKW Gespanns fahren – bei langen Reisen kann so viel Zeit gespart werden.

Einladen des Motorrades in den Transporter

Einladen des Motorrades in den Transporter

Auf der Zielgerade – Welche Variante ist die beste?

Und am Ziel sind wir nun auch mit diesem Artikel. Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf einen anderen Artikel auf dieser Seite verweisen, wo u.a. das Verladen in einen Transporter ausführlicher beschrieben wird: Klick mich!

Grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Art des Transports er für sich bevorzugt. Jede Möglichkeit bietet ihre Vor- und Nachteile. Wem alle drei Methoden überhaupt nicht zusagen sollten, der kann häufig die Maschine auch von dem Veranstalter des Renntrainings zur Strecke transportieren lassen oder sich mit ein paar Freunden zusammentun und einen speziellen Service, wie z.B. von Roadroom nutzen.

 

 

 

Motorradtransport

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3 Responses

  1. 11. März 2016

    […] sind erloschen. Ein Transport kann mit dem Anhänger oder Transporter erledigt werden, wie hier […]

  2. 1. Mai 2016

    […] Weitere lesenwerte Artikel von Pascal: Anreise zur Rennstrecke […]

  3. 22. Juni 2016

    […] Transport des Motorrades mit dem Motorrad-Anhänger […]

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