Motorrad Umbauten – was ist zu beachten?

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Winterzeit ist Bastelzeit – und wie so oft ist die Saison schneller wieder da als der Motorrad Umbau fertig. Oft stellt sich die Frage welche Umbauten eigentlich erlaubt sind? Ich versuche ein wenig Licht ins dunkle zu bringen

Customizing liegt im Trend. Waren früher nur Fans von Choppern vom Umbauwahn betroffen gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Bikes die sich ideal verändern lassen. Egal ob Scrambler, Flattracker, Cafe Racer oder Bobber – umgebaut wird was geht und oft auch mehr als eigentlich erlaubt ist.

In Zeiten in denen man selbst Schweißgeräte und Zubehör bequem zuhause von der Couch kaufen kann und auch sämtliches Zubehör bei den großen Online Shops wie Louis oder Polo erhältlich ist liegt die Versuchung nahe doch gleich ein paar Umbauten mehr als geplant vorzunehmen.

Vorsicht bei Motorrad Umbauten am Rahmen – schnell kann die Betriebserlaubnis erlischen

Eigenbau Motorrad

Eigenbau Motorrad

Wichtig bei allen Anbauteilen ist natürlich das vorhandensein einer ABE (=Allgemeine Betriebserlaubnis) oder eines Teilegutachtens für die Eintragung. Achtung: Eine ABE erspart zwar das Vorführen der Maschine bei der Prüfstelle – prüft aber bitte genau unter welchen Bedingungen die ABE gilt. Oft muss bei der Kombination von Umbauten trotz ABE eine Abnahme und Korrektur der Fahrzeugpapiere erfolgen. Vorsicht gilt bei Trenn- und Schweißarbeiten an Rahmen und Schwinge. Das simple Abtrennen von z.B. Blinkerhaltern oder Ösen ist nicht kritisch, sofern die Funktion der Elemente anderweitig hergestellt wird.

Schweißarbeiten am Rahmen dürfen jedoch nur von Fachleuten mit entsprechenden Zulassungen („Rahmenpass“) durchgeführt werden, hier gilt also auf jedenfall im Zweifel Finger weg. Neben dem Verlust der Betriebserlaubnis droht natürlich auch ein Verlust der Fahrstabilität bei allzu forschen „Eigenprojekten“.

Technisches Verständnis ist notwendig – nur das tun von dem man etwas versteht

Oft wird ja der Motorrad Umbau auch als eigenes Projekt gesehen. Die Mietwohnung ist fertig renoviert, das eigene Haus noch in weiter ferne. Eine Herausforderung muss her, warum also nicht das eigene Zweirad verändern. Bei alle Euphorie hier nur aus Erfahrung – Planung und realistische Einschätzung ist für den Erfolg extrem wichtig. Macht Euch vorher genau Gedanken was Ihr genau erreichen wollt. Welches Ziel verfolgt der Umbau? Welches Budget steht zur Verfügung? Welche Komponenten am Motorrad sind betroffen? Schätzt bitte auch Eure Fähigkeiten realistisch ein. Nur weil man den Ölwechsel am Motorrad selber durchführt ist man lange kein geborener Schrauber. Oft hilft hier auch die Einschätzung von (echten) Freunden. Im Zweifel sollte man die Arbeiten lieber vom Fachbetrieb durchführen lassen. So paradox es klingt – oft ist dies sogar die günstigste Variante, geht sie doch schnell und klappt meist auf Anhieb und ohne größere Schäden an Mensch und Material.

Sicher ist sicher – Änderungen vorher mit dem Prüfer besprechen

Um ganz sicher zu gehen empfiehlt sich auf jedenfall der Besuch bei einem Sachverständigen. Bei TÜV, Dekra, GTÜ oder FSP kann man in aller Ruhe die gewünschten Umbauten besprechen. Dies ist in jedemfall empfehlenswert um schon im Vorfeld sicher zu gehen, dass die gewünschten Umbauten überhaupt legal sind. Ohne den Segen des Prüfers lassen ist eine Eintragung von Änderungen nicht möglich. Wer also frühzeitig und regelmäßig alle Änderungen bespricht spart Geld und Zeit – schließlich soll das Bike ja bald wieder rollen. Es empfiehlt sich von Anfang an alle Unterlagen zu sammeln, damit der Prüfer schnell Einblick in die Änderungen erhält. Auch Prüfer rechnen nach Zeit ab. Wer gut vorbereitet ist kann vergeudet bei den Prüfstellen kein Geld.

P.S. Mit dem umgebauten Motorrad nicht auf eigener Achse zur Änderungsabnahme fahren – die Betriebserlaubnis und auch der Versicherungsschutz sind erloschen. Ein Transport kann mit dem Anhänger oder Transporter erledigt werden, wie hier beschrieben.

Kurzum ist die Individualisierung des Motorrades ein tolles Hobby – wenn ihr die wichtigsten Hinweise beachtet steht dem individuellem Traumbike „nur noch“ ein wenig Arbeit entgegen – Viel Spaß!

Beliebter Umbau - die Auspuffanlage

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Martin

Hallo, ich heiße Martin und habe mich entschlossen mit Motorradblogger viele Leute an meinem Hobby teilhaben zu lassen. Ich bin seit über 10 Jahren leidenschaftlicher Motorradfahrer und möchte hier über meine Erlebnisse und gefahrene Motorräder berichten. Über Eure Anregungen freue ich mich. Meine Seite auf Google+

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