Kurztest: Renault Twizy – urbane Mobilität im 21. Jahrhundert?

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niedlicher Cityfloh

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 Im Winter Motorrad zu fahren ist nur etwas für ganz hartgesottene – dementsprechend zu hart für mich. Einen kurzen Tracktest habe ich noch in der Hinterhand – den des Renault Twizy als elektrische Alternative für die urbane Mobilität

niedlicher Cityfloh

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Motorräder bin ich schon genug gefahren. Oft wird man angesprochen oder angeschaut. So viel Interesse wie der Twizy erregte allerdings noch kein Fahrzeug meines kurzen Testlebens. Für Singles auf der Suche scheint der Twizy also gut geeignet.

Twizy – Was willst du eigentlich sein?

Die Frage nach dem Sinn des Twizy stellte ich mir vor der Fahrt auch, jetzt stelle ich Sie nicht mehr. Man muss folgendes verstanden haben: Der Renault möchte gar kein Auto sein, er möchte auch keins ersetzen. Der Elektroflitzer möchte die urbane Mobilität verändern und die Städte Emissionsfreier machen. Nach meinem Geschmack hat Renault ins Schwarze getroffen.

Wie fahren sich 18PS auf 600 KG?

Der Einstieg in den Twizy ist relativ einfach, schließlich stehen 2 Türen zur Verfügung (optional und zu empfehlen). Diese öffnen Flügeltürartig nach oben, so kommt im kleinen Renault ein wenig Lamborghini Feeling auf. Der Sozius sitzt hinter dem Fahrer. Dieser sollte allerdings sehr gelenkig sein und keine Platzangst haben, der hintere Platz ist eng und der Fahrtwind greift in voller Stärke an. Wer einen Twizy ohne Türen hat sollte auf seine persönlichen Dinge aufpassen – schnell fällt sonst etwas aus dem Auto.

Der Twizy fährt voll automatisch, Bremse treten, “D” drücken und ab gehts. Zügig nimmt der Twizy fahrt auf und beschleunigt auf Tachowerte um die 80 Km/h, Die Reichweite ist dann allerdings weit von den 100 KM entfernt.

Richtig nervig ist der Ampelstopp. Lässt man die Fahrstufe auf “D” und tritt nicht kräftig genug auf die Bremse piept der Twizy lauter als jeder Gurtwarner – bitte dringend ändern.

Von einem solch kleinen Fahrzeug kann man fahrtechnisch keine Wunder erwarten, die Federung ist hart, das Fahrverhalten gewöhnungsbedürftig aber vertrauenerweckend. Richtig Spaß macht der Twizy auf sandigen Plätzen. Hier kann man driften wie die großen, dank Drehmoment ab Standdrehzahl.

Sicherheitstechnisch beschränkt sich der Twizy auf ein Minimum. Ein komisches Gefühl wenn auf der Schnellstraße der Auspuff eines 40 Tonner`s in einem Meter Entfernung auftaucht.  ESP & ABS sucht man vergebens, dafür gibt es einen Fahrerairbag und Bremsen rundum. Im Crashtest sieht das dann erstaunlich erstaunlich gut aus.

 

Ein Smart fühlt sich im Vergleich wie ein Riese – Twizy in der Stadt ganz groß

Die große Stunde des Twizy schlägt im urbanen Großstadtverkehr. Während Q7, X5 & Co zu Immobilien verkommen findet man mit dem Twizy oft noch eine kleine Lücke zum durchschlüpfen, ähnlich wie mit einem Motorrad. Parken kann man mit dem kleinen sogar quer und ganz legal, ein Privileg das mit dem 2. Smart verloren gegangen ist. Bedenken sollte man nur das sich der kleine nicht verschließen lässt. Für Kleinigkeiten gibt es allerdings ein kleines Fach neben dem Lenkrad und den Mini Kofferraum – beides abschließbar.

Wie beim Smartphone - Stecker in die Steckdose

Wie beim Smartphone – Stecker in die Steckdose

Stromlos in Berlin – Was tun?

Das Cockpit informiert über die Restkilometer – beklemmend dabei nur das bei jeder Steigung oder einem Tritt aufs Pedal die Kilometer fallen. Geladen wird der kleine über eine Haushaltssteckdose. Die Kabeltrommel sollte man dabei aber abrollen. In den 3,5 Stunden Ladezeit werden 8 kWh benötigt. In Berlin bietet RWE zum Glück die Möglichkeit des kostenloses Ladens an vielen Stationen. Eigenheimbesitzer nutzen einfach den Carport& die Garage.

 

 

 

 

Verarbeitung – das geht besser Renault

Der große Makel des Renaults ist für mich die Verarbeitung. Alles wirkt lieblos zusammengesetzt und knarzt. Der Handbremshebel verzieht sich so stark das man Angst hat diesen abzubrechen. Leute mit weniger Handkraft werden Probleme haben die Bremse überhaupt zu justieren. Hier darf Renault gerne ein Facelift anbieten.

 Motorradblogger`s Meinung – das Fazit

Ich gebe zu ich war sehr skeptisch von dem kleinen Twizy und teilte die Meinung vieler – wozu braucht man so ein Teil. Nach meinem Kurztest denke ich anders. Für Innenstädte ist der kleine ideal. bietet er doch dank Scheibe und halb geschlossenem Innenraum auch halbe Wintertauglichkeit (es gibt sogar eine Frontscheibenheizung) bei geringsten Betriebskosten und einem garantierten Parkplatz. Das ganze lautlos und umweltfreundlich.    Sogar an die Fußgänger wurde gedacht. Der nervige Automatikwarnton wird auf Wunsch sogar aussen abgespielt – als Warnung für Handysüchtige oder anderweitig abglenkte Großstadtfußgänger.

 

Technische Daten Renault Twizy:

  • Antrieb: Drehstrom Asynchronmotor, 18 PS, 57 NM bei 0-2100 u/min
  • Batterie: Lithium-Ionen, luftgekühlt, 60V, 6,1kWh, 98 KG
  • theoretische Reichweite: 100 KM
  • Bremse: vorne (214mm) und hinten (204mm) Scheiben, elektronische Bremskraftverteilung
  • Abmessungen (LxBxH): 2,35m x 1,22m x 1,45m
  • Leergewicht: 562 KG
  • Gesamtgewicht: 690 KG
  • Kofferraumvolumen: 31 Liter
  • Wendekreis: 6,8 Meter
  • Preis: 6.990 € – 8.490 €
  • Batteriemiete: 50 € – 72 € je Monat (je nach Haltedauer/Laufleistung)
  • Wartung: 30.000 KM/ 1 Jahr, dann alle 60.000 KM/ 2 Jahre
  • Extras (u.a.): Türen, Bluetooth Freisprechanlage, Navigationssystem, verschiedene Dekore

Bildergalerie Renault Twizy

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Martin

Hallo, ich heiße Martin und habe mich entschlossen mit Motorradblogger viele Leute an meinem Hobby teilhaben zu lassen. Ich bin seit über 10 Jahren leidenschaftlicher Motorradfahrer und möchte hier über meine Erlebnisse und gefahrene Motorräder berichten. Über Eure Anregungen freue ich mich. Meine Seite auf Google+

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