Slicks oder Hypersportreifen: Womit auf die Rennstrecke?

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Slicks oder Hypersportreifen für den gelegentlichen Einsatz auf der Rennstrecke? Wer diese Frage am Bikertreff stellt eröffnet zwangsläufig eine hitzige Diskussion. Zeit für Aufklärung

Reifenprofil

Reifenprofil

Sportliche Serienmaschinen eignen sich problemlos für den Einsatz auf der Rennstrecke – und genau da werden sie von vielen Fahrern zumindest auch ab und an bewegt. Während die Motoren ohne Einschränkungen rennsporttauglich sind und sich auch das Fahrwerks-Setup entsprechend anpassen lässt, muss bei den Reifen ein Kompromiss gewählt werden. Lohnt sich der Wechsel auf Slicks, oder genügen Hypersportreifen für Hobby-Racer?

Slicks bieten überragendem Grip auf der Rennstrecke – solange es trocken ist

Slicks kleben förmlich auf der Straße: Schräglagen bei gleichzeitig hohem Tempo, wie sie vom Motorradrennsport bekannt sind, lassen sich nur durch Slicks realisieren – sofern die Temperatur ausreicht: Dass Motorradreifen bei Erwärmung bessere Hafteigenschaften aufweisen, gilt nicht nur für sportliche Pneus. Für Slicks kann eine fehlende Betriebstemperatur indes noch problematischer werden: Die spezielle Reifenmischung sorgt dafür, dass bei Temperaturen unter 5°C gar eine Bruchgefahr besteht. Ein solcher Bruch der Lauffläche würde einen Reifen unbrauchbar machen. Einige Reifenhersteller schreiben aus diesem Grund gar elektrische Reifenwärmer vor, zwingend empfehlenswert sind sie auf jedenfall. Der kalte Reifen braucht sonst viele Kilometer um auf Temperatur zu kommen. Die teuren Rennrunden möchte man doch eigentlich anders nutzen. Wer mit Slicks fährt, sollte zudem Erfahrung auf dem Motorrad vorweisen können. Zwar ist die Haftung über jeden Zweifel erhaben und auch Handling und Einlenkverhalten überzeugen. Dafür machen es die meisten Slicks schwerer, den Grenzbereich abzuschätzen. Geht der Grip abrupt verloren, ist ein Sturz meist unvermeidlich. Straßenzugelassene Reifen haben einen deutlich weiteren Grenzbereich und beginnen zu rutschen bevor der Grip abreisst. Weiterhin sollte beachtet werden, dass Slicks besonders empfindlich auf einen falschen Luftdruck reagieren. Ebenso aufpassen muss man bei feuchter Fahrbahn. Slicks haben kein Profil, schon bei leichter Feuchtigkeit sind diese ungeeignet, ein 2. SatzReifen oder sogar Felgen ist unabdingbar.

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Rennreifen – auch Slick genannt

 

Das Hauptproblem liegt aber in der Tatsache, dass Slicks nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind und die Reifen somit extra für die Rennstrecke aufgezogen werden müssen, sofern man sein Motorrad auch auf der Straße bewegt.

Die Alternative: Hypersportreifen mit Straßenzulassung

Bei Hypersportreifen handelt es sich hingegen um Pneus, die immerhin etwas Profil aufweisen. Das macht sie zwar nicht zur geeigneten Ausrüstung für schwierige Witterungsverhältnisse, sommerliche Ausfahrten im öffentlichen Straßenverkehr sind dadurch aber durchaus möglich. Ob sich ein Hypersportreifen für den Alltag eignet, hängt auch vom Nutzungsprofil ab: Je nach Fahrweise kann sich der Hinterreifen durchaus bereits nach 3.000 km der Verschleißgrenze nähren. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Reifen im Alltag schnell “eckig” gefahren werden, weil die Lauflauffläche gegenüber den Flanken stärker beansprucht wird – Autobahnausfahrten, die aber nicht immer zu vermeiden sich, wirken sich darauf drastisch aus.

Auf der Rennstrecke lassen sich für Hobbyfahrer mit Hypersportreifen schon beachtliche Rundenzeiten erzielen.

Hypersportreifen

Hypersportreifen – typisches Profil

Nur für die Rennstrecke: Slicks im Vorteil

Die Rundenzeiten auf der Rennstrecke zeigen, dass die Haftung eines Slicks, wie man ihn handelsüblich beispielswiese Online erhält, deutlich überlegen ist und höhere Kurvengeschwindigkeiten erlaubt. Die Ursache dafür ist weniger die Tatsache, dass Hypersportreifen über ein leichtes Profil verfügen, sondern vielmehr die veränderte, weichere Gummimischung. Letztlich zeigt sich, dass Hypersportreifen nur einen Kompromiss darstellen – aber keinen schlechten. Denn um die Unterschiede auf der Rennstrecke tatsächlich zu “erfahren” sind echte Könner am Lenker gefragt. Einsteiger werden den Unterschied indes kaum spüren und setzen daher besser auf Hypersportreifen.

 

Comments

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Martin

Hallo, ich heiße Martin und habe mich entschlossen mit Motorradblogger viele Leute an meinem Hobby teilhaben zu lassen. Ich bin seit über 10 Jahren leidenschaftlicher Motorradfahrer und möchte hier über meine Erlebnisse und gefahrene Motorräder berichten. Über Eure Anregungen freue ich mich. Meine Seite auf Google+

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1 Response

  1. Andreas sagt:

    Hi Martin,
    toller Artikel!
    Ich fahre zwar selbst noch nicht allzu lange Motorrad, möchte aber dennoch demnächst erste Erfahrungen auf der Rennstrecke sammeln. Deinen Beitrag finde ich da zum Thema Reifen für die Rennstrecke sehr gut!

    Weiter so 🙂

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